Konflikte am Arbeitsplatz sind keine Seltenheit, doch was passiert, wenn ein Mitarbeiter durch mangelnde Teamfähigkeit und eine gestörte Arbeitsbeziehung den Betriebsfrieden dauerhaft belastet? Wenn die mangelhafte Umsetzung von Arbeitsaufgaben zu schlechten Ergebnissen führt und sich bereits Kunden über die Qualität beschweren, muss die Geschäftsführung reagieren. Hierbei geht es nicht nur um wirtschaftliche Interessen, sondern auch um die Einhaltung arbeitsrechtlicher Vorschriften und der gesetzlichen Fürsorgepflicht.
Das Problem: Wenn die Arbeitsqualität unter der Einstellung leidet
In vielen Unternehmen gibt es Mitarbeiter, deren Verhalten die Dynamik in der Abteilung blockiert. Oft werden interne Absprachen ignoriert oder festgelegte Prozesse eigenmächtig abgeändert. Die Folgen sind gravierend: Die Fehlerquote steigt, Kundenreklamationen häufen sich und das restliche Team muss die Versäumnisse auffangen.
In einer solchen Situation versuchen betroffene Mitarbeiter oft, von der eigenen Minderleistung abzulenken, indem sie die Kommunikation formalisieren und die Schuld bei der Führungsebene oder den Kollegen suchen. Das Resultat ist eine strategische Eskalation durch den Mitarbeiter. Es entsteht ein Machtkampf, der die Handlungsfähigkeit des Unternehmens lähmen kann.
Die Strategie für Führungskräfte: Formal korrekt und faktenbasiert
Um als Vorgesetzter die Kontrolle zurückzugewinnen, ist ein kühler Kopf entscheidend. Emotionalität führt in Sackgassen; gefragt ist ein Vorgehen, das formal richtig und rechtssicher dokumentiert ist.
1. Faktenbasierte Analyse statt Spekulation
Der Umgang mit dem Mitarbeiter muss ausschließlich auf messbaren Fakten basieren. Dokumentieren Sie präzise:
- Welche Arbeitsanweisungen wurden nicht oder nur unvollständig umgesetzt?
- Welche konkreten Kundenbeschwerden liegen vor?
- Gegen welche internen Richtlinien oder Projektbeschlüsse wurde verstoßen?

2. Das strukturierte Klärungsgespräch
Ein bewährtes Instrument ist das vorbereitete Interview. Anstatt vage Vorwürfe zu äußern, konfrontieren Sie den Mitarbeiter in einem geschützten Rahmen mit den vorliegenden Arbeitsunterlagen und Belegen.
- Ziel des Gesprächs: Dem Mitarbeiter wird die Gelegenheit gegeben, seine Sichtweise darzulegen und die Gründe für die Versäumnisse aufzuklären.
- Transparenz: Durch den direkten Bezug auf Protokolle und Arbeitsberichte wird die Argumentation der Führungskraft unangreifbar.
3. Fürsorgepflicht als Prävention vor Rechtsstreitigkeiten
Ein professioneller Chef zeichnet sich dadurch aus, dass er trotz Kritik aktiv Hilfe und Unterstützung anbietet. Dies ist nicht nur menschlich geboten, sondern auch strategisch klug:
- Indem Sie gezielte Unterstützung (z.B. Coaching, zusätzliche Ressourcen oder Fortbildungen) anbieten, entziehen Sie dem Vorwurf der Willkür die Grundlage.
- Dieses Vorgehen verhindert oft, dass der Mitarbeiter in destruktives Verhalten verfällt, sich langfristig krankmeldet oder gar einen Rechtsstreit wegen Mobbing oder ungerechtfertigter Abmahnung initiiert.
Manipulatorin oder Manipulator
Mitarbeiter in Opposition agieren meist nicht isoliert. Sie suchen oft Verbündete im Betrieb, um ihre Forderungen zu untermauern. Für die Geschäftsführung ist es daher essentiell zu beobachten, ob sich „Sub-Teams“ bilden, die aktiv gegen die Unternehmensinteressen arbeiten. Eine klare, faktenbasierte Kommunikation gegenüber der gesamten Abteilung hilft dabei, die loyale Belegschaft zu schützen und Gerüchten den Nährboden zu entziehen.
Ein Machtkampf am Arbeitsplatz lässt sich nicht durch Aussitzen lösen. Nur durch eine Kombination aus rechtlicher Absicherung, lückenloser Dokumentation und einem fairen, aber bestimmten Dialog lässt sich die professionelle Arbeitsbeziehung wiederherstellen oder – falls nötig – rechtssicher beenden.